An alten Feuern

Ich trat aus unserem Waldversteck hinaus

Das Hemd voll Ballistol

Durch Moos so weich wie Schwanenflaum

Mehltau lag weiß auf rotem Mohn

Sah den Kaufmann mit dem Trüffelhund

Zu Pferd und braungebrannt

Den Freiherrn mit viel Muschelschmuck

Am Arm und am Waldrand

 

Bauersfrauen spazieren mit Sonneschirmen

Aus Waschbärfellen und Perlmutt

Hinein ins weite Roggenfeld

Der Wolfsjunge mit dem Schäferhut

Und hinter Goldregen und Fuchsien

Der Metzger mit der Rose am Revers

Für den du die Creolen anlegst

Zu Gebäck und Stachelbeerlikör

 

Und ich, ich vertraute mich

den Frauen am Brunnen an

Die den Bergthymian binden, versprechen

Ganz sicher irgendwann

Doch der Flickschuster am Sammelpunkt

Kennt den geheimen Rückzugsweg

Deutet querfeldein zum Horizont

Wo über Bergrücken der Rauch steht

 

Und wo an alten Feuern

Unter einem neuen Mond

Silbern unsere Lieder klingen

Von der einen Sache, die zu kämpfen lohnt

In allen Muttersprachen

Zweckloser Liebe, dem verlorenen Streik

Auf Lingala, Mandarin und Romanes

Und von der Kirschenzeit

Sauen jagen durch das Dorf

Brav den Mittelweg entlang

Und in allen Straßen steht und weht

Der uralte Schweinegestank

Pikbauers Sohn wetzt Klingen

Für die große Mahd

Und in den Vorgärten der Willigen

Wehen Flaggen über Stacheldraht

 

Im Schober hinterm Mühlenteich

Erzählt die alte Pétroleuse viel

Von den Leuten aus dem Süden

Und die kämen und die teilten unser Ziel

Mit verbotenem Stoff

Und in den Hütten am Moor trinkt man

Liest und liebt sich sogar noch

 

Und ich, ich wollte schon

All mein Zeug hinschmeißen

Den ganzen Tag, die halbe Sommernacht

Meine Briefe schreiben

Zurück im Dunkeln

Auf dem schmalen Treidelpfad

Den Fluss entlang folgt mir die Kellerkatze

Durch die Nacht

 

Zu den alten Feuern

Unter einem neuen Mond

Wo silbern unsere Lieder klingen

Von der einen Sache, die zu kämpfen lohnt

In allen Muttersprachen

Dem geglückten Ausfall und dem nächsten Streik

Auf Lingala, Mandarin und Romanes

Und dann von unserer Kirschenzeit